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Jahresrückblick 2020


Sehen Sie hier den Jahresrückblick 2020 auch als Video:

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https://www.youtube.com/watch?v=z17UPPdASAQ&list=PLIRG9iF93P5TKnJkrNNFUPi3MVF5TSjXU

Im Coronajahr 2020 sind zwar fast alle Programmpunkte ausgefallen. Trotzdem ist beim NABU Weingarten Einiges gelaufen:

a) Amphibienschutz:
Noch vor dem Lockdown bis Anfang März liefen am Horrachhof, in Unterwolfsberg und in Aulwangen Amphibienschutzaktionen. Fleißige Helfer haben unermüdlich Kröten und Frösche über die Straßen getragen und so vom Tod bewahrt. Als Dank bekamen die Helfer vom NABU einen Nistkastenbausatz geschenkt.

b) Fledermausmonitoring:
In einer neuen Aktion ist die NABU-Gruppe ins Fledermausmonitoring eingestiegen. Mit einem Fledermausdetektor werden nun in bestimmten Gebieten Fledermausvorkommen erfasst. So konnte beispielsweise im Bereich der Schmetterlingswiese bei Trauben reger Flugverkehr von Fledermäusen festgestellt werden. Die NABU-Gruppe will im Bereich Baienfurter Ösch deswegen selbstgebaute Fledermauskästen aufhängen.

c) Springkrautbekämpfung:
Die Springkrautbekämpfung im Naturschutzgebiet Lochmoos beschäftigte die NABU-Gruppe bis in den Sommer hinein. Eine schlagkräftige Gruppe konnte dadurch erfolgreich verhindern, dass die heimische Flora, die z.T. auch seltenere Pflanzen enthält, nicht durch das Indische Springkraut verdämmt wird.

d) Kinderaktion:
Im Sommerferienprogramm war dann unsere Kindergruppe wieder aktiv: Am Stillen Bach konnten viele Kinder mit reichlich Spaß Kleinlebewesen beobachten und ließen ihre selbstgebauten Flöße schwimmen.

e) 1000 Bäume für Weingarten und Umgebung hieß die Aktion im Herbst, bei der Gartenbesitzer vergünstigt Obstbäume und wildwachsende Sträucher beziehen konnten. Über 85 Leute aus Weingarten, Berg, Baindt, Baienfurt und Wolpertswende beteiligten sich dabei. Ein toller Erfolg auch dank einiger fleißiger Helfer und der Unterstützung durch den Gartenbaubetrieb Müller in Weingarten. Im aktuellen Jahr wird die Aktion ab Sommer fortgeführt.

f) Rekultivierung des Wasserhochbehälters Bockstall:
Die TWS fragte beim NABU an, bei der Rekultivierung einer Fläche, auf der ein Wasserhochbehälter abgerissen wurde, mitzugestalten. Gerne übernahm der NABU Weingarten die Planung eines natürlichen Waldinnensaums, bevor dann die Gartenbaufirma Wiggenhauser die Pflanzung übernahm.

g) Nistkastenkontrolle:
Wie jedes Jahr wurde in und um Weingarten herum Nistkästen kontrolliert und gesäubert, so dass Nachmieter wieder einziehen können.

h) Zu guter Letzt ist noch die politische Arbeit zu erwähnen:
Zum Stadtentwicklungskonzept und zum Regionalplan wurden Stellungnahmen verfasst.


Das Orgateam Ulrike Plewa, Joachim Bernhardt, Hubert Kapler, Helmut Kraft und Jürgen Sonnenmoser bedankt sich bei all den fleißigen MitarbeiterInnen, die sich für den Naturschutz in und für Weingarten stark machten. Alle, die sich ebenfalls gerne im Naturschutz einbringen wollen, können sich bei nabu-weingarten@web.de melden, damit sie in die entsprechenden Gruppen mit einbezogen werden können. Jeder kann selbst bestimmen, in welchem Bereich und mit wie viel Zeit er sich einbringen möchte.

Rechenschaftsbericht für das Jahr 2019

a) Wildblumensamenaktion:
Im April haben wir 120 20 g Tütchen mit Wildblumensamen an die Weingartener Bürger verteilt unter dem Motto "Weingarten blüht auf".

b) Anlage zweier Wildblumenwiesen:
Der evangelischen Kirchengemeinde in Weingarten schenkten wir 500 g Wildblumensamen. Gemeinsam mit Gemeindemitgliedern und dem NABU Weingarten wurden 2 Flächen gefräst und eingesät. Im Sommer blühten dann Kornblumen und Klatschmohn.

c) Amphibienschutzaktion:
Seit 2013 sammeln in wir in milden Frühjahrsnächten bei Berg-Horrach zu den Laichgewässern wandernde Amphibien von der Straße auf, die sonst in Gefahr sind, von Autos überfahren zu werden. Es handelt sich in erster Linie um Erdkröten (in 2019 wieder über 1000 Exemplare) sowie Grasfrösche und Bergmolche. Per Zeitungsartikel motiviert, meldeten sich in 2019 zahlreiche neue Helfer/innen, die mit Begeisterung und großem Eifer bei der Sache waren. Insgesamt waren es 24 Helfer/innen, darunter 2 Familien mit Kindern, sowie 2 Jugendliche. Immerhin bewegt sich die Zahl der überfahrenen Tiere um die 50 Exemplare. Wegen der wechselhaften Witterung im März und April wanderten die Amphibien jedoch unregelmäßiger als sonst. Die Zahl der Grasfrösche und Bergmolche hat sich erfreulicherweise erhöht.- Nach Abschluss der Aktion trafen sich die Sammler/innen auf dem Ermlandhof bei Kaffe und Kuchen, um Erfahrungen auszutauschen und Pläne zu schmieden für die Aktion in 2020.

d) Vogelbestandsaufnahmen:
Mit einer Mischung von gelegentlichen und methodisch ausgeführten Beobachtungen stellten wir am Reutebühl bei Weingarten auf einer Fläche von ca. 40 ha in 2019 insgesamt 42 Vogelarten (mittelfristig insgesamt 58 Arten) fest, von denen 21 als wertgebend angesehen werden können. Wir verwenden diese Ergebnisse für Stellung- nahmen (wie z.B. zum Regionalplanentwurf oder zur Stadtenwicklungsplanung) Bei Berg machen wir auf dem Grüngürtel zwischen Berg und Vorberg ähnliche Er- hebungen.

e) Exkursionen:
Bei insgesamt 9 Exkursionen brachten uns sachkundige Mitarbeiter unserer Gruppe und benachbarter Gruppen Pflanzen und Tiere (meist Vögel) näher.

f) Springkrautbekämpfung:
Der Nabu Weingarten bekämpfte von Ende Juni bis in den September rein im Auftrag des Landschaftserhaltungsverband LEV das indische (drüsige) Springkraut im Lochmoos bei Oberankenreute. In 51 ca. 1,5-2,5-stündigen Einsätzen (insgesamt 147h) sind die ehrenamtlichen Helfer dem Eindringling schon zu Leibe gerückt, indem sie es herausreißen oder mit Werkzeug (Amadeusstab) mähen. Die Einsätze fanden morgens, mittags, abends, an Werktagen oder auch am Wochenende stattfinden, je nach Interesse und zeitlicher Verfügbarkeit der Naturschützer.

g) Kinderaktionen:
- 12. Januar, 14.30 – 16.30 Uhr, Treff Nessenreben Parkplatz: Tiere im Winter, Aktionen mit Sabine Brandt
- 4. Mai, 10.00 - 12.00 Uhr, Treffpunkt Integrationszentrum, Liebfrauenstraße 25: "Im Traum kann ich fliegen - von der Raupe zum Schmetterling" Kinderaktion rund um Schmetterlinge. Wir basteln Schmetterlingsstäbe und machen Spiele am Kreuzberg.
- 29. Juni, 14.30 - 17.00 Uhr, Treffp. Eiscafe am Stadtgarten: "Märchenhafte Naturführung durch Weingarten". Märchen, Spiele und mehr.
- 12. Oktober, 10.00 - 12.00 Uhr, Treffp. Parkplatz Freibad in Nessenreben: "Wo sind all die Tiere hin?": Spurensuche, Spiel und Spaß im Wald.

h) Stadtputzete:
Ende September schlossen wir uns einer Müllsammelaktion der TWS "Für ein sauberes Schussental" an. Wir gewannen dabei auch 300 Euro.

i) Stellungnahmen:
- Stellungnahme des NABU Weingarten zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) am 7.2.2019
- Gemeinsame Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplanes Bodensee-Oberschwaben (LNV, BUND und NABU)
- Stellungnahme zum Bebauungsgebiet „Am Brunnenweg“, Mochenwangen am 6.4.2019
- Gemeinsames Positionspapier des NABU Weingarten zu ISEK am 9.9.2019

NABU Weingarten organisiert Amphibienschutzaktion bei Berg-Horrach


Bereits 2012 wurde festgestellt, dass an der Berger Gemeindestraße am Horrach-Hof im März vor allem Erdkröten (aber auch Bergmolche und Grasfrösche) bei ihrer Wanderung zu Laichgewässern nachts überfahren werden.

Drahtgitter über Gulli

(Bild: Helmut Kraft)

In 2013 kümmerten sich erstmals einige NABU-Miglieder darum und trugen die Amphibien nachts über die Straße. So konnte in 2013 die Rekordzahl von 1067 lebenden Erdkröten gerettet werden. In den Folgejahren waren es jeweils ca. 400 bis 800 (siehe Diagramm).

In 2016 wurden erstmals mehrere Gullis, in die einzelne Kröten hineinfielen und sich nicht mehr befreien konnten, mit einem Drahtgitter abgedeckt.

In 2017 konnte die Helfergruppe um weitere Schüler, Studierende, Berufstätige und Rentner auf insgesamt 16 erhöht werden; ein Zeichen für die Beliebtheit dieses Naturschutzeinsatzes. Warum sammeln wir die Tiere ein?: Kröten spielen in Gärten eine wichtige Rolle bei der Schädlingsbekämpfung. Wenn sie in größerer Zahl auf Straßen überfahren werden, bilden sie eine glitschige Masse und stellen eine Verkehrsgefährdung dar. Außerdem verdienen sie als Mitgeschöpfe unseren Schutz.

Erdkröten

(Bild: Helmut Kraft)

Die erwachsenen Tiere wandern im März/April bis zu 2,2 km weit zu den Gewässern, in denen sie selbst zur Welt kamen. Dabei lassen sich die kleineren, männlichen Kröten oft von den Weibchen tragen. In größeren oder kleineren Tümpeln setzen die Weibchen gallertige Laichschnüre mit schwarzen Eiern unter Wasser an Pflanzen ab. Aus dem Laich entwickeln sich kiemenatmende Kaulquappen. Wenn diese zunächst 2 Hinterbeine, dann auch 2 Vorderbeine entwickeln und dann über die Lunge atmen können, verlassen sie das Wasser und wandern in die Umgebung, gerne in Wälder und Gärten. Die Gemeinde Berg unterstützt die Aktion regelmäßig mit der Aufstellung von Hinweisschildern und einer Geschwindigkeitsbeschränkung während der Wanderzeit.

Diagramm: Erdkröten bei Berg-Horrach


Weitere Informationen bei: Helmut Kraft, Tel. 0751/45102

Kinder aus Weingarten helfen Wildbienen und Co.


Die NABU-Gruppe Weingarten lässt Kinder Insektenhotels bauen. Diese dürfen sie dann im eigenen Garten aufhängen.

Mit großem Tatendrang und viel Begeisterung bauten Kinder aus Weingarten mit Hilfe ihrer Eltern Bruthilfen für Insekten, sogenannte Insektenhotels. Die Zimmerei Bernhardt stellte erneut ihre Werkstatt dafür zur Verfügung.

Insektenhotel

Tim bohrt Löcher als Niströhren für Wildbienen. Ursel Müller vom NABU Weingarten hilft ihm dabei.

Beim Bohren von Löchern in ein Kantholz, Zuschneiden von Schilf und dem Zusammennageln aller Teile bewiesen Mädchen wie Jungs viel Geschick. Vorher erläuterte die Biologin Sabine Brandt aus Laupheim, wie Wildbienen und andere Insekten in den engen Röhren ihre Eier ablegen. In einem Spiel, indem Kinder mit Hilfe von Stoffröhren das Nisten der Insekten nachstellten, bekamen die Kinder einen intensiven Einblick in die Biologie dieser Tiere. Danach ging es ans Werk. Zum Abschluss konnten sich die Kinder bei Apfelschorle, Butterbrezeln und Kuchen stärken. „Eine rundherum gelungene Aktion, bei der sich Kinder intensiv mit Tieren befassen, die leider wenig Beachtung finden“, wie NABU-Sprecher Hubert Kapler erläutert. Insektenschutz tut Not, laut Umweltministerium ist der Insektenbestand in den letzten 35 Jahren um 80 % zurückgegangen. Deswegen warb Helmut Kraft, ebenfalls Sprecher beim NABU Weingarten, für die Gestaltung naturnaher Gärten: Einfache Maßnahmen, wie Blumeninseln im Rasen stehen lassen oder ganzjährig Stauden fördern, verbessere die Situation deutlich. Der erste Schritt ist nun getan: Voller Stolz nahmen die Kinder ihr Bienenhaus mit und hängen diese in ihre Gärten. Mit Spannung wird nun erwartet, wann die ersten Wildbienen, Erd- oder Schlupfwespen, Ohrwürmer und Florfliegen einziehen.

KARL-Gruppe errichtet neuen Nistkasten für Wanderfalken (Falco peregrinus)


Nistkasten Frontansicht Nistkasten Rückansicht

Im Rahmen der Neuentwicklung des Industrie- und Gewerbeparks (IGV) Baienfurt durch die KARL-Gruppe war es erforderlich, den Nistkasten eines Wanderfalkenpaares von einem Kamin abzubauen. Es war daher das Bestreben der IGV, einem Unternehmen der Gruppe, um Geschäftsführer Günter KARL junior, dieser besonders geschützten Art in ihrem angestammten Revier eine neue Brutnische zu bieten. Dazu wurde auf dem Dach des ehemaligen Industriekraftwerks eine entsprechende Stahlkonstruktion mit einem kontrollierbaren Spezialnistkasten für Wanderfalken errichtet.


Nistkasten Seitenansicht

Diese Stahlkonstruktion wurde gebaut, um den Nistkasten für die Wanderfalken in ausreichender Höhe anbringen zu können - so konnte die eigentlich zu niedrige Höhe des Gebäudes ausgeglichen werden. Die gesamte Maßnahme wurde von der IGV finanziert und umgesetzt. Dabei unterstützte sie ein ehrenamtliches Mitglied der Nabu-Weingarten-Gruppe planerisch und begleitete sie fachlich. Durch die sehr gute Zusammenarbeit von der IGV und Nabu-Weingarten konnte die vom Landratsamt Ravensburg vorgegebene Frist zur Installation des Nistkastens gut eingehalten werden. Nun bleibt es noch abzuwarten, ob der neue Standort von dem Wanderfalkenpaar, hoffentlich schon zur nächsten Brutsaison, angenommen wird. Nabu-Weingarten sagt Danke an Günter KARL junior und die IGV für die gelungene Aktion!


Blick aus dem Nistkasten

Wanderfalken benötigen für ihren Nistplatz eine absolute Höhe von min. 23 m. Die schnellen Jäger brüten in Bussardnestern, in Habicht-horsten, in Nestern von Kolkraben und in Kunsthorsten – in der Regel in Felswänden, alten Steinbrüchen oder in Nischen hoher Gebäude. Ihre Beutetiere schlagen sie im Flug und erreichen dabei Geschwindigkeiten im Sturzflug von bis zu 300 km/h. Der Herbst ist der Beginn ihrer Balzzeit sowie der Suche nach geeigneten Nistgelegenheiten. Die Brut dauert von März bis Ende April. Die Jungvögel verlassen dann ab Juni bis Anfang Juli ihr Nest.


Text und Fotos: Harald Denicke, Nabu-Weingarten


Aktionen

RheindeltaZugegeben, wir beobachten leidenschaftlich gerne Vögel. Hier im Rheindelta richtet sich die ganze Aufmerksamkeit unserer jungen Spezialisten auf Zugvögel.

Foto: M. Lechner

Heckenpflanzung Heckenpflanzungen und Riedpflegen gehören zur jährlichen Pflichtübung! Mit vereinten Kräften pflanzten hier bei Berg der NABU Weingarten, die Regenwaldkinder Ravensburg und die Jägervereinigung in Berg.

Foto: M. Lechner

ExkursionStimmt, eine Botanik-Exkursion macht auch hungrig! Hier ist die NABU-Gruppe Weingarten auf der Schwäbischen Alb unterwegs.

Foto: M. Lechner

Rößlerhof Dem Biolandwirt über die Schulter geschaut: Unsere NABU-Gruppe besucht gerade den Rößlerhof, um sich vor Ort zu informieren, was ein Biohof zu einem Biohof macht.

Foto: W. Mayer

MehlschwalbenDie Mehlschwalbe ist in Weingarten, wie auch in anderen Städten, stark zurückgegangen. Der NABU Weingarten bringt deswegen mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr Nisthilfen an.

Foto: M. Lechner

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Das Rotkehlchen

Vogel des Jahres 2021

Foto: NABU/CEWE/Kathrin Lange

Es ist durch Flurbereinigung und zunehmende Verbauung bedroht. In Südeuropa fallen jährlich noch immer Tausende von Rotkehlchen der Jagd zum Opfer. Mehr

 

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